Die Gewinnung von Erdgas

Durch die gestiegenen Preise für Erdöl hat das Erdgas, ein fossiler Energieträger, in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen.

Erdgas lässt sich, ebenso wie auch das Erdöl, in natürlichen Vorkommen finden. Wie der Name schon suggeriert, befinden sich die Lagerstätten ausschließlich unterirdisch. Um das Erdgas zu fördern, sind verschiedenen Methoden und Techniken geeignet, je nach Beschaffenheit der Lagerstätte unterscheiden sich die zur Förderung verwendeten Verfahren teilweise erheblich.

Bei der Lage des betreffenden Vorkommens stellt sich zunächst die Frage, ob das Vorkommen unter einer Landfläche oder unter dem Meeresboden zu finden ist. Bei Erdgasvorkommen, die unter dem Meeresboden liegen, muss für die Förderung eine sogenannte Bohrinsel verwendet werden. Bohrinseln werden auch bei der Förderung von Erdöl verwendet, überhaupt hat die Förderung von Erdöl und Erdgas einige Gemeinsamkeiten. So wird beispielsweise bei der Förderung von Erdöl oftmals auch ein gewisser Anteil an Erdgas zutage gebracht. Dabei handelt es sich aber in der Regel nur um geringe Mengen, der Großteil des Erdgases wird über klassische Bohrmethoden gefördert.

Da Erdgas als unter hohem Druck stehender, gasförmiger Stoff, quasi wie von selbst aus dem Erdgasfeld nach oben steigt, genügt für die Förderung eine Bohrung, die das Vorkommen anzapft und das austretende Erdgas an die Erdoberfläche leitet. Je nach geografischer Lage des Vorkommens kann eine Bohrung bis in Tiefen von circa sechs bis acht Kilometern notwendig sein.

Aufgrund des Drucks, unter dem das Erdgas in der natürlichen Lagerstätte steht, wird das Gas, nach einer erfolgreichen Bohrung, so lange an die Erdoberfläche steigen, bis die Förderung erschöpft ist und der Gasdruck zu niedrig wird.

Methode des Hydraulic Fracturing

Um auch Erdgas zu fördern, welches durch herkömmliche Bohrmethoden nicht, oder nur in begrenztem Umfang, förderbar ist, wurde bereits Mitte des 20, Jahrhunderts die Methode des Hydraulic Fracturing, umgangssprachlich auch als "Fracking" bekannt, entwickelt (Aus dem englischen to fracture = "aufbrechen").

Bei dieser Methode wird durch den Einsatz von verschiedenen Chemikalien die Durchlässigkeit der Gesteinsschichten (Lagerstätten) erhöht, in denen das Vorkommen zu finden ist. Durch diese Maßnahme kann das Erdgas leichter an die Oberfläche steigen, beziehungsweise zum Ort der Bohrung durchdringen, um von dort aus gefördert zu werden.

Mithilfe dieser Methode können auch Vorkommen erschlossen werden, die in Gesteinsschichten liegen, welche eine rentable Förderung durch konventionelle Methoden nicht ermöglicht haben. Vor allem in den USA wird das "Fracking" im großen Umfang betrieben, da sich viele der dortigen Vorkommen auf diese Weise wirtschaftlich sinnvoll erschließen lassen.

Das "Fracking" lässt sich grundsätzlich sowohl für die Erdgasförderung als auch für die Erdölförderung verwenden, ist aber nicht unumstritten.

Bild: © J. Parkin / Fotolia.com

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