Durchleitung

DurchleitungWas bezeichnet man als "Durchleitung"?

Damit Strom und Gas auch beim Verbraucher ankommen, muss der Transport aus den Kraftwerken in die Haushalte erfolgen. Das geschieht über sogenannte Verteilnetze und nennt sich „Durchleitung“.

Für die Durchleitung der Energie zum Endkunden erheben die jeweiligen Netzbetreiber eine Gebühr - die sogenannten Netznutzungsentgelte. Diese sind vom Strom- beziehungsweise Gasanbieter an den Netzbetreiber zu zahlen. Das Netznutzungsentgelt ist somit eine Transport- und Verteilgebühr. Die jeweils gültigen Netznutzungsentgelte der einzelnen Netzbetreiber werden regelmäßig im Internet veröffentlicht.

Netzentgelte schwanken je nach Region

Die Höhe der Netznutzungsentgelte können Netzbetreiber jedoch nicht willkürlich bestimmen. Vielmehr errechnet die Bundesnetzagentur auf Basis der Netzentgeltverordnungen (StromNEV und GasNEV) die zulässigen Preise. Die von den Regulierungsbehörden festgesetzten Netzentgelte können regional stark schwanken. Insbesondere ländliche Regionen müssen im Vergleich zu Ballungszentren höhere Netzentgelte in Kauf nehmen. Der Grund: Auf einen Kilometer Leitungslänge kommen weniger Abnehmer, auf deren Schultern sich die Kosten verteilen. Darüber hinaus mussten Energieversorger beispielsweise in Ostdeutschland stark in den Netzausbau investieren. Auch das hat Auswirkungen auf die Höhe der Netzentgelte in den einzelnen Regionen. In die Angebotskalkulation der Versorger fließt dieser Umstand ein, so dass in Gebieten mit hohen Netzentgelten auch höhere Strom- und Gaspreise zu erwarten sind.

Da aber jeder Anbieter für die Durchleitung dieselben Netzentgelte an den Netzbetreiber zu entrichten hat, sind die Endkundenpreise vergleichbar. Der Netzbetreiber muss also jedem Anbieter die Durchleitung zu denselben Bedingungen anbieten, so dass dem Endverbraucher durch die freie Lieferantenwahl keine Nachteile entstehen können.

Wozu Netznutzungsentgelte für die Durchleitung?

Die Netznutzungsentgelte für die Durchleitung von Strom machen etwa ein Fünftel des heutigen Strompreises aus. Für die Netzbetreiber, die für die Instandhaltung und den Ausbau der Netze verantwortlich sind, ist dieses Durchleitungsentgelt die Haupteinnahmequelle, um ihren Aufgaben und Pflichten nachkommen zu können. Denn während die Versorgung des Endkunden Aufgabe der Lieferanten ist, sind die Netzbetreiber ausschließlich für die Bereitstellung der Netzinfrastruktur zuständig. Sie haben somit keine Erlöse aus der Versorgung.

Bild: © by-studio / Fotolia.com

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