Gütesiegel für Ökostrom

ÖkostromÖkostrom ist für Verbraucher eine Sache des Vertrauens. Deswegen setzen viele Energielieferanten auf Zertifikate, die dieses Vertrauen stärken.

Gütesiegel für Ökostrom und ihre Bewertungskriterien

In Deutschland stehen sechs unterschiedliche Gütesiegel zur Wahl. Ein Unternehmen kann sich für eines oder mehrere davon entscheiden. Dabei sind die zu erfüllenden Kriterien durchaus unterschiedlich.

TÜV Rheinland

Der TÜV Rheinland vergibt sein Prüfsiegel unter der Auflage, dass der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern stammt und dass sowohl die Erzeugung als auch die Lieferung CO2-neutral erfolgen. Der Handel mit RECS-Zertifikaten (Renewable Energy Certificates System) ist den teilnehmenden Unternehmen weiterhin gestattet und sie sind auch nicht zu einem Ausbau von erneuerbaren Energiequellen verpflichtet.  Das RECS-Zertifikat ist der Nachweis, dass der Lieferant zu einem bestimmten Wert Ökostrom gekauft hat. In der Höhe desselben Wertes darf er dabei konventionell erzeugten Strom verkaufen.

TÜV Nord

Stromanbieter, die vom TÜV Nord zertifiziert werden, müssen ebenfalls 100 %  ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Dabei darf der Strom bis zu einem Anteil von 50 % auch aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen.  

TÜV Süd

TÜV Süd vergibt gleich drei Prüfsiegel, die unterschiedlichen Standard zertifizieren.

TÜV Süd EE01 garantiert, dass der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen wird und dass 30 % Prozent der Anlagen zur Stromerzeugung nicht älter als 36 Monate sind.

Das Zertifikat TÜV Süd EE02 belegt ebenfalls 100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen, berücksichtigt das Alter der Anlagen aber nicht.

Bei dem Siegel TÜV Süd UE01 wiederum gilt dieselbe Altersgrenze wie bei EE01, doch nur 50 % des Stroms müssen aus regenerativen Energien stammen. 

OK Power

Ein Drittel des Ökostroms stammt aus Anlagen, die nicht älter als sechs Jahre sind, ein Drittel aus Anlagen, die nicht älter als zwölf Jahre sind. Zusätzlich müssen bestimmte Umweltauflagen eingehalten werden.

Grüner Strom

Das Siegel Grüner Strom Label Gold zertifiziert Strom zu 100 % aus regenerativen Quellen, das Grüner Strom Label Silber zu 50 %. Ein Teil der Einnahmen muss dabei in den Ausbau regenerativer Stromerzeugung investiert werden.

Das Herkunftsnachweisregister (HKNR)

Anfang 2013 hat das Herkunftsnachweisregister beim Umweltbundesamt (UBA) seinen Betrieb aufgenommen. Während die oben genannten Siegel-Geber jeweils unterschiedliche Kritierien für die Vergabe ihres Labels haben, verfolgt das Herkunftsnachweisregister nur einen Zweck:  
Deutschland setzt damit eine europäische Vorgabe für mehr Verbraucherschutz im Strommarkt um. Das UBA bestätigt mit den Herkunftsnachweisen, dass Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Das HKNR soll die Vermarktung dieses Stroms überwachen und mit Herkunftsnachweisen eine Doppelvermarktung ausschließen. Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien müssen sich und ihre Anlagen beim HKNR registrieren.

Für eine MWh Ökostrom gibt es einen Herkunftsnachweis

Der Herkunftsnachweis für Ökostrom funktioniert wie eine Geburtsurkunde, ist aber kein Qualitätssiegel. Der Herkunftsnachweis bescheinigt in der Form eines elektronischen Dokuments, wo und wie Strom aus erneuerbaren Energien produziert und eingespeist wurde. Für jede Megawattstunde (MWh) erneuerbaren Stroms erhält der Erzeuger genau einen Herkunftsnachweis. Dieses elektronische Dokument wird nach der Lieferung des Stroms an eine Verbraucherin oder einen Verbraucher für die Stromkennzeichnung verwendet und nach einmaliger Nutzung entwertet.

Auf Antrag eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens (EVU) entwertet das UBA letztlich die Herkunftsnachweise entsprechend der Stromlieferung aus "sonstigen erneuerbaren Energien" an die Endkunden. Damit sorgt der Herkunftsnachweis dafür, dass die Eigenschaft "erneuerbarer Strom" nur einmal an Stromverbraucher verkauft werden kann, also nicht doppelt vermarktet wird.

Diese gesetzliche Anforderung schafft für Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Sicherheit und Transparenz beim Kauf von Ökostrom  - unabhängig von Siegeln, die eher der Vermarktung des Strom dienen.

Bild. © ferkelraggae / Fotolia.com

Stromratgeber

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